Bürgerbrief

von Bürgermeister Stefan Schmutz

Bürgermeister Stefan Schmutz

Liebe Ladenburgerinnen und Ladenburger,

das Land Baden-Württemberg hat auf Grundlage der bundesweiten Empfehlungen zur Eindämmung des Coronavirus ab dem 18. März eine Verordnung beschlossen, die das öffentliche Leben in unserer Stadt in den kommenden Wochen erheblich einschränken wird. Neben der Schließung von Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen, Sportstätten, Spielplätzen sowie sämtlichen öffentlichen Einrichtungen wie Stadtbibliothek, städtische Musikschule, Lobdengau-Museum und Volkshochschule erstreckt sich die Allgemeinverfügung auch auf weitere Bereiche. Öffentliche Veranstaltungen und Gottesdienste sind abgesagt, geschlossen bleiben weite Teile des Einzelhandels, Eisdielen, private Sport- und Freizeitangebote, der Wohnmobilstellplatz, Kneipen sowie private Sportanlagen. Der Besuch von Schank- und Speisegaststätten ist nur eingeschränkt möglich. Die Zahl der Teilnehmer bei Hochzeiten ist ebenso drastisch beschränkt wie die Zahl bei Trauerfeiern. Darüber hinaus ist die Durchführung von Veranstaltungen und sonstigen Ansammlungen in geschlossenen Räumen sowie die Versammlung unter freiem Himmel grundsätzlich untersagt.

Diese Einschnitte sind außergewöhnlich und waren bis vor wenigen Wochen nicht vorstellbar. Sie widersprechen unserer liberalen Gesellschaft und sie widersprechen in besonderer Weise dem Freiheits- und Lebensgefühl in unserer Stadt. Für diese Einschränkungen gibt es keinen Schuldigen, sie erfolgen vorbeugend und haben nur ein einziges Ziel: Die Übertragung des Coronavirus zu verlangsamen, um ältere Mitmenschen und Menschen mit Vorerkrankungen zu schützen und unserer Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Zwei Infektionen wurden zwischenzeitlich für Ladenburg bestätigt und es ist zu erwarten, dass diese Zahl in den kommenden Wochen weiter steigen wird. In Ladenburg zählen über 30 % der Einwohnerinnen und Einwohner aufgrund ihres Lebensalters und möglichen Vorerkrankungen zur sogenannten Risikogruppe. Ich appelliere daher an alle Bürgerinnen und Bürger diese Einschränkungen zum Wohle unserer Stadt ernst zu nehmen, um sich verantwortungsvoll und solidarisch zu verhalten. Je weniger soziale Kontakte Sie in den kommenden Wochen pflegen, desto größer ist Ihr persönlicher Beitrag.

Die kommenden Tage und Wochen beinhalten keine Alltagsroutine, sie widersprechen der Normalität, wie wir sie kennen, aber sie beinhalten eine große Chance, dass unsere Stadt in dieser Krise noch näher zusammenrückt. Fragen Sie Ihren Nachbarn, ob er Hilfe benötigt, engagieren Sie sich in der Nachbarschaftshilfe für Andere und setzen Sie ein besonderes Zeichen der Solidarität. Falls Sie unter häuslicher Quarantäne stehen oder selbst erkrankt sind und keine ärztliche Hilfe benötigen: Bleiben Sie zu Hause! Klar ist, je strikter wir uns an die Einschränkungen halten, desto schneller sind diese wieder aufgehoben.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Stefan Schmutz