Das römische und mittelalterliche Ladenburg wird hörbar!

Lobdengau-Museum und Historisches Institut der Universität Stuttgart

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Visualisierung des Innenraums der römischen Basilika von Lopodunum im 2. Jh. n. Chr. (Jürgen Süß, MediaCultura)

Visualisierung des Innenraums der römischen Basilika von Lopodunum im 2. Jh. n. Chr. (Jürgen Süß, MediaCultura)

Das Lobdengau-Museum in Ladenburg hat gemeinsam mit dem Historischen Institut der Universität Stuttgart einen Projektantrag gestellt, der von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen von „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ für das Jahr 2022 bewilligt worden ist. Diese Förderung ist Teil des Programmes NEUSTART KULTUR, das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) auf den Weg gebracht wurde.

Die dreidimensionale Rekonstruktion historischer Bauten durch digitale Animationen hat in den vergangenen dreißig Jahren atemberaubende Fortschritte gemacht. Auch das Lobdengau-Museum hat in jüngerer Zeit mit Spezialisten zusammengearbeitet, die Bauwerke der römischen Stadt Lopodunum auf der Grundlage archäologischer Forschungsergebnisse wiedererstehen ließen.

Wissenschaftler der Alten Geschichte an der Stuttgarter Universität gehen seit einigen Jahren einen Schritt weiter und betreten eine vierte Dimension: Im Rahmen des Forschungsprojektes ‚Reden ohne Mikrofon‘ testen sie die akustischen Eigenschaften von antiken Räumen und Platzanlagen in Rom und Athen: Wie hört es sich an, wenn Cicero vor dem Senat spricht? Und wie klingt es, wenn ich selbst dort stehe und spreche?

Nun haben die Forscher gemeinsam mit dem Lobdengau-Museum die Idee entwickelt, die bereits gesammelten Erfahrungen auf zwei Bauten der römischen und mittelalterlichen Epoche Ladenburgs anzuwenden. Zum einen handelt es sich um die Forumsbasilika von Lopodunum, zum anderen um die mittelalterliche Kirche Sankt Sebastian, die dem Bischof von Worms lange Zeit als Hofkapelle diente. Im kommenden Jahr sollen die Ergebnisse in einer Ausstellung präsentiert werden.

Nach der digitalen Umsetzung der audiovisuellen Rekonstruktion stellt sich das Projekt einer weiteren Herausforderung: Das interaktive Programm soll so gestaltet werden, dass es für die Museumsbesucher leicht zu handhaben ist, neue Erkenntnisse vermittelt – und vor allem Spaß macht!