Ladenburg ist nun mit einem Krisenhandbuch für den Ernstfall gewappnet

Kommune erarbeitet gemeinsam mit Experten der EnBW ein Krisenkonzept

Andreas Stampfer bei der Übergabe des Krisenhandbuchs an Bürgermeister Stefan Schmutz

Andreas Stampfer bei der Übergabe des Krisenhandbuchs an Bürgermeister Stefan Schmutz

Was tun im Krisenfall? Um dieser Frage nachzugehen und für den Ernstfall gerüstet zu sein, hat ein Arbeitskreis der Stadt Ladenburg zusammen mit EnBW-Krisenexperten verschiedene Bedrohungslagen und Szenarien diskutiert und Lösungsstrategien entwickelt. Die Ergebnisse hat die EnBW in einem individuellen Krisenhandbuch für Ladenburg festgehalten. Dieses übergab Andreas Stampfer, Kommunalberater der EnBW-Tochtergesellschaft Netze BW, nun im Rathaus offiziell an Bürgermeister Stefan Schmutz.

Die möglichen negativen Folgen klimatischer Veränderungen haben nicht nur Einfluss auf die natürliche Umwelt, sondern auch auf kritische Infrastrukturen und den ganz normalen Alltag. Von unterschiedlichsten Bedrohungsszenarien wie Hochwasser, Starkregen, Unwetter mit Hagel und Stürmen sowie langanhaltende Stromausfälle kann auch die Stadt Ladenburg betroffen werden. Selbst in solchen Situationen muss die Gemeinde handlungsfähig bleiben. Gemäß Artikel 5 des Katastrophenschutzgesetzes steht jede Kommune in der Pflicht, ein Notfallmanagement mit Alarm- und Einsatzplänen für ihren Zuständigkeitsbereich zu entwickeln.

Bereits im Sommer 2021 hat die Stadt Ladenburg diese Herausforderung erörtert und war zu dem Entschluss gekommen, für diese komplexe Aufgabe die Fachleute der EnBW als Unterstützung mit ins Boot zu holen. So wurden dann gemeinsam in drei intensiven Workshops unter anderem Kriseneinsatzpläne erstellt, das Starkregenrisiko der Schutzziele analysiert, die Krisenkommunikationsstrategie festgelegt und Alarmierungspläne erstellt. Auch die Notstromversorgung von wichtigen Schutzzielen sowie die Bevölkerungswarnung wurden dabei betrachtet. „Die örtlichen Strukturen sind überall unterschiedlich. Wichtig ist, dass jede Kommune individuell betrachtet wird, um in Krisenlagen schnell reagieren zu können und die Kräfte perfekt zu bündeln“, erläutert Kommunalberater Stampfer.

Ergebnis der Arbeit ist ein speziell auf die Kommune zugeschnittenes Handbuch, das ständig weiterentwickelt und an neue Gegebenheiten angepasst wird. „Natürlich hoffen wir alle, von Krisensituationen verschont zu bleiben“, so Bürgermeister Schmutz. „Aber ich bin froh, dass wir jetzt ein fundiertes und kompaktes Arbeitsmittel an der Hand haben, um für Krisenfälle aller Art gut gerüstet zu sein. Denn dann gilt es, schnell und professionell zu handeln. „Eine gute Vorbereitung ist im Falle eines Falles Gold wert,“ ergänzt Rüdiger Wolf, Fachbereichsleiter Ordnungsverwaltung.

Das Team rund um Bürgermeister Schmutz, darunter Mitarbeitende der Stadtverwaltung und des städtischen Bauhofs, der Freiwilligen Feuerwehr, des DLRG und der Johanniter erarbeiteten in gemeinsamen Workshops mit den Fachleuten der EnBW professionelle Abläufe und abgestimmte Konzepte für Bedrohungsszenarien, schwerpunktmäßig für Hochwassersituationen und langanhaltende und flächendeckende Stromausfälle, sogenannte Blackouts, aber auch Starkregen.

Ergebnis der Arbeit ist ein individuelles Handbuch welches im Krisenfall als wichtiges Tool zur Bewältigung der Situation dient. Es enthält alle relevanten Informationen, wie beispielsweise die Zusammensetzung des Krisenstabes, Analyse der kritischen Infrastruktur, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie Alarmierungs- und Kriseneinsatzpläne