Spuren jüdischen Lebens in Ladenburg

In Ladenburg existierte vom 13. Jahrhundert bis zum 22. Oktober 1940 eine jüdische Gemeinde, deren Mitglieder in vielfältiger Weise zur Entwicklung der Stadt beigetragen haben. Wie in den meisten Orten Deutschlands kehrte nach Ende des Zweiten Weltkrieges kein Mitglied der Kultusgemeinde dauerhaft nach Ladenburg zurück. Die Stadt Ladenburg ist 1993 einem Aufruf der Gedenkstätte Yad Vashem gefolgt, sich am Projekt "Gedenktal der zerstörten Gemeinden" zu beteiligen. Es handelt sich um ein Denkmal in Yad Vashem auf dem Berg des Gedenkens in Jerusalem für die jüdischen Gemeinden, die in ganz Europa vom Naziregime vernichtet wurden.

Die Spuren des früheren jüdischen Lebens bestehen dennoch in verschiedenen Formen bis heute fort und werden in der Broschüre "Spuren jüdischen Lebens in Ladenburg - Ein Rundgang" an 16 Stationen vorgestellt.

Die deutsche und englische Version der Broschüre können Sie hier abrufen:

Spuren jüdischen Lebens in Ladenburg

Traces of jewish life in Ladenburg

An das individuelle Schicksal ehemaliger jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger erinnern seit 2007 Stolpersteine, die der Kölner Künstler Gunter Demnig gestaltet. Insgesamt gibt es gegenwärtig 48.

In Anwesenheit der ehemaligen Bürgerin, Zeitzeugin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Ruth Steinfeld wurden unter großer Anteilnahme der Bevölkerung am 27. Oktober 2024 fünf Stolpersteine vor der ehemaligen jüdischen Synagoge vor dem Gebäude Hauptstr. 46 verlegt.

Am 10. November 2025 wurden weitere sechs Stolpersteine in Erinnerung an die Familie Kapustin vor den Gebäuden Neue Anlage 1 und Schwarzkreuzstr. 8 verlegt. Die Einweihung erfolgte ebenfalls unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und im Beisein von Samuel Kapustin und seiner Frau Marsha sowie ihrer Nichte Sarah Kapustin, die auf Einladung der Stadt Ladenburg aus Israel und Amsterdam anreisten.

Die Ansprache (englisch und deutsch) von Samuel Kapustin anlässlich der Gedenkveranstaltung zum 9. November 1938 ist hier abrufbar:

Remarks von Samuel Kapustin

2018 wurde im Lobdengau-Museum die Ausstellung Nachbarn 1938. „Wir waren alle Ladenburger"  gezeigt, die in Kooperation mit der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und der Ruprechts-Karl-Universität Heidelberg konzipiert wurde. Diese Ausstellung wurde 2023 im Holocaust Museum Houston gezeigt. Bei der Eröffnung war Bürgermeister Stefan Schmutz mit einer kleinen Delegation anwesend.

Ausstellung Neighbors 1938. „We were all Ladenburgers“